Roman Zech Gedanken auf Reisen.

Get it. (And don’t let it get you!)

G

Nein, es ist kein Titel für „Sternstude Philosophie“, aber wohl ein Thema, das einem (oder zumindest mich) täglich prägt: Wer sich verändern möchte und sich selbst sucht, darf nicht einfach warten, bis einem der Wind etwas vor die Füsse bläst. Es braucht Mut, sich in den Wind zu drehen und dann einen Schritt gegen den Wind zu machen.
Eine kleine Summary der letzten 9 Monate ohne Blog-Eintrag und wo es sich gelohnt hat, sich gegen den Wind zu stellen.

Nochmals in Korea?

„Schon wieder Korea?!“

Nachdem ich schon 2 Male in Korea war, zog es mich nach dem Studium und einem gelungenen Musik-Festival wieder dahin. Einige dachten vielleicht schon, dass ich alt & sesshaft werde, oder mir wegen vielen Reisens die Länder ausgegangen sind. Daher wahrscheinlich auch der Kommentar vieler: „Was, schon wieder Korea?!“
Der kleine Unterschied war nur, dass ich rund 3 Zugstunden weg von meinen alten Freunden und meinem gewohnten Umfeld in Seoul, mich für einen Home Stay und eine Sprachschule in Busan entschied und mich damit abfand, auch zum Frühstück Reis & Kimchie zu essen.
Es war ein ganz neues Korea, dass ich kennenlernte. Das Tessin Koreas, aber mit Strand. Neue Leute ausserhalb der Grossstadt – nur 8 Mio. Einwohner in Busan ggü. 25 Mio in Seoul.
Die Lehrer mochte ich wegen vieler lauter Gedanken und Fragen zwar eher zu verwirren und der Lernerfolg war eher mässig gut. Dafür lernte ich viele neue asiatische Kulturen dank meiner Mitschüler kennen. Und an der Busan University gab ich meine Deutschkenntnisse zum besten. Bei mir lerne man zwar eher langsam, meinte eine Studentin offen kritisch, „aber dafür habe ich immer Lust noch mehr zu lernen nach deinen Lektionen.“

Diskussionen um meinen Test.
Busan von oben.
Legendär: Meine Home Stay-Tante ist ein halbes Fondue für sich!

„Was, du ziehst in eine andere Stadt?!“

Ich habe manchmal das Gefühl, ein „Expat“ im eigenen Land zu sein. Ich kenne die Sorgen Zugezogener besser, als ich jene der Bünzlis verstehen kann. Dieses Video bringt es sehr gut auf den Punkt.
Entsprechend entgeistert die Gesichter vieler, als ich in die Hauptstadt zog. „So weit weg“, sei das. Das ganze Umfeld zurückzulassen, sei doch auch schwierig.
Schwierig ja, aber eine tolle Challenge zugleich. Und für mich ein anschauliches Beispiel, dass das Land langsam zur „Wohlstandsfaulheit“ (Eigenkreation) verkommt: Es geht vielen in diesem Land so gut, dass sie unbewusst, gar keine Risiken eingehen müssen. Das ganze Leben im gleichen Kuh-Ort wohnen können und zwischendurch „wenns grad nicht mehr passt“ den Job wechseln müssen. Eine Freundin im Nachbardorf haben, sich über den schlechten Standard im „all-inclusive“-Ressort in den Ferien auslassen können, eine zweistündige Zugfahrt als „weit“ zu bezeichnen und jeden Montag die Zeitungen im Bündeli an die Strasse zu stellen.
Den Höhepunkt erlebte ich an einer Berufsmesse für Studenten (ich habe die Seite gewechselt…), wo ein Umzug in die nächste Stadt, 1 Stunde (!) weg, als Zumutung und Ausschlusskriterium betrachtet wurde. Da soll noch einer von „flexiblem Arbeitsmarkt“ und „innovativem Standort“ bei uns sprechen …

„Wieso Libanon?“

Libanon ist ein gefährliches Land, hört man in den Nachrichten.  Daher wohl die Frage, und es gilt auch nichts zu verharmlosen. Entführungen, Raubüberfälle, Blindgänger, Sperrgebiete. Der Reisehinweis des EDA scheint sehr gefährlich, und hätte bedeutet, dass wir kaum aus dem Flughafen gekommen wären.
Hinter den regelmässigen Check-points erwarteten uns dann aber eine grosse Herzlichkeit und das Interesse der Bevölkerungen. Das zieht bei mir mehr, als grossartige Attraktionen mit Massen-Tourismus und Abneigung der Locals gegenüber den Touristen.

„Schon ein fixer Job?“

Noch bin ich im Traineeprogramm angestellt, aber schon rund 3 Monate nach Beginn hatte ich ein Angebot für eine permanente Position. Etwas schnell ging das! Scherzhafterweise vergleiche ich das mit dem Praktikum bei einer Investmentbank. Entweder nach 3 Monaten fix oder fix gekündigt. Nach einem Auslandeinsatz in London wartet also schon Arbeit in der Schweiz wieder auf mich.

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